Mittwoch, 26.09.18   19:00 Uhr
  Peter Becker

  

 

Entlang der Donau vom Schwarz Wald zum Schwarzen Meer

 

 

 

„Mein Arzt hatte mich mit 45 Jahren vor die Wahl gestellt. Entweder Blutdrucksenker schlucken oder Ausdauertraining. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und mit dem Fahrradtraining angefangen“, sagt Peter Becker. Dass ihm dann irgendwann das Saarland zu klein werden würde und er viele Länder der Erde mit dem Fahrrad bereisen würde, daran hatte er damals nicht gedacht.Einmal quer durch Australien und zum Abschluss ein Konzert in der Opera von Sydney; von Chicago nach Los Angeles, die berühmte Route 66; Schmelz – Berlin – Moskau; über Straßburg nach Santiago de Compostela und an seinem 60. Geburtstag stand er mit seinem Fahrrad auf dem Petersplatz in Rom.

Am 26. September 2018 um 19.00 Uhr wird er uns in der Arbeitskammer in Kirkel von seiner Reise vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer untermalt mit beeindruckenden Bildern berichten.

 

„Donau so blau … dein silbernes Band knüpft Land an Land und fröhliche Herzen schlagen an deinem Strand“, so heißt es im bekannten Donaulied.

 

2888 km vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer verbindet der zweitlängste Fluss Europas acht Länder und vier Hauptstädte, darunter auch die Neumitglieder der Europäischen Union, Slowakei, Bulgarien und Rumänien. So machte sich Peter Becker vor 10 Jahren mit seinem Fahrrad von Donauursprung an der Bregquelle auf den Weg zu den Neuen und denen, die es werden wollen. Lange her? Na ja, Wien hat sich kaum verändert und auf 608 km gemeinsame Donaugrenze zwischen Bulgarien und Rumänien ist eine Brücke dazu gekommen. Immer mehr Menschen, auch aus unserer Region, haben schon auf den Bilderbuchradwegen um Passau, in der Wachau oder bis Wien die Schönheiten der Donau genossen. Hotels, Pensionen und Restaurants, alles was man für einen erholsamen Urlaub brauch, ist im Überfluss vorhanden. Wer noch unschlüssig ist, wird überzeugt werden.

 

Wer aber das Abenteuer sucht, wird hinter Budapest in eine Welt eintauchen können, in der zerstörte Gebäude, nicht geräumte Minenfelder und zum Teil offene Feindschaft immer noch an einen von uns lange vergessen Krieges erinnern. Länder in denen auf den Straßen Pferdefuhrwerke und Eselskarren häufiger sind als Autos und Wasser noch aus öffentlichen Brunnen nach Hause getragen wird, in denen er aber auch eine Gastfreundschaft erlebt, die in unserer Gesellschaft kaum noch erlebt werden kann.

 

Peter Becker hatte seiner Reise noch ein zweites Motto gegeben, entlang der Donau zu den Neuen und denen die es werden wollen. Gerade heute, wo der Fortbestand der Europäischen Union und ihre Zusammensetzung wieder sehr kritisch und auch kontrovers diskutiert wird, können die Gefühle und Gedanken der Menschen am Unterlauf der Donau auch uns Denkanstöße geben. Er erhält auch für ihn völlig unerwartete und vielfältige Rückmeldungen zu den Erwartungen der Menschen an ihre Zukunft in der Europäischen Union und ihr Bild von Deutschland. Zuletzt wird er dann von seinem Fahrrad auf ein Boot umsteigen müssen, denn die Naturschönheiten des Donaudeltas sind nun einmal nur vom Wasser aus zu sehen.

 

In seinem Vortrag will Peter Becker allen Mut machen, das Leben nicht nur zu träumen, sondern manche Träume auch zu leben. „Ich bin allenfalls durchschnittlich fit, fahre ein ganz normales Fahrrad und habe 30 Urlaubstage im Jahr. Aber ich habe noch etwas, ich habe Vertrauen in die Menschen denen ich begegne und ich bin noch nie enttäuscht worden“, sagt er. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Und Angst brauchen wir Saarländer schon gar nicht zu  haben. Man kennt uns auf der ganzen Welt“.

 

Frau in Kingman/USA: In Saarlouis, da wohnt mein Ex

 

Reiseführer in Moskau: 1976, meine erste Reise nach Deutschland. In Saarbrücken hat mir der Oberbürgermeister Oskar Lafontaine die Hand gegeben. Lebt er noch?

 

Speisekarte in Sydney: Saarländer mit Ruccola.